Gemen 2009

Bericht und Fotos von Francis Carr

 

"Ich bin S.S.L."

"Was heißt das?"

"Schüchtern, sensibel und labil."

"Ach, ja. Da sind mehrere in der

Firma bei uns, die auch so sind." 

 

Das war ein Gespräch   beim Eisessen   kurz

nach der Ankunft und vor dem  Abendessen.

Gemen ist eine Wasserburg bei  Borken  und

wird als Jugendburg von dem Bistum Münster

betrieben.  Die Verpflegung ist, wie wir  auch

vor  zwei  Jahren  festgestellt  haben,  im Stil

einer  Jugendherberge.   Entsprechend sollte

man sich einrichten.

Nach dem Abendessen lud Margaret Lamburne uns ein, einige Ceilidh- und andere Tänze zu machen. Danach bat uns Gordana, im Keller unseres Quartiers mit ihr anzustoßen. Irgendeine Feier war offensichtlich fällig. Erst ganz früh am Samstag, aber noch im Dunklen, haben wir unsere Räume wieder aufgesucht.

 

Nach   dem Frühstück  später am  Tage  fing

Margaret,  begleitet  von  Edwin Werner  am

E-Piano,  mit   dem  Unterricht  an.    Unsere

gemischte  Truppe,  vom  Anfänger bis  zum

Fortgeschrittenen,  erforderte  den   üblichen

Spagat. Dies hat  Margaret  meisterhaft  be-

wältigt.  Jeden Tanz hat sie von  jedem Paar

einmal  laufen  und  tanzen  lassen  auf   fol-

gende Weise: 

Das erste Paar  ist  in  achttaktigen  Phrasen

erst gelaufen  und  dann  hat  es diese Takte

getanzt.  Das  nächste Paar hat  das  Gleiche

in sechzehntaktigen Phrasen gemacht,gefolgt

vom dritten Paar, das dann den Tanz in zwei-

unddreißig Takt Blöcken durchlief und tanzte.

Das vierte Paar hat dann danach  die  vollen

32  Takte direkt getanzt. Falls  danach  keine

Unklarheiten mehr vorhanden waren,  wurde

der  Tanz von  allen  vollständig  ausgeführt. Auf diese Weise hatte jeder die Gelegenheit,den Ablauf mehrmals zu sehen und zu erfahren - so  wurde  dabei  jeglicher  Stress vermieden.

 

 

 

Auch wenn im ersten Augenblick  dies  etwas

langwierig erschien, kam es gut bei allen An-

wesenden  an. Man  merkte,  dass  Margaret

schon viele Jahre Unterrichtserfahrung besitzt.

Ihre  Devise  ist:   "Scottish Country Dancing

ist  eine  gesellige Angelegenheit  und  daher

sollten alle Teilnehmer dabei immer Spaß ha-

ben".  Schließlich haben wir alle  ausreichend

Stress im Alltag.  Das Tanzen soll für uns alle

eine Form der Entspannung sein.

Samstag Abend wurde wieder getanzt und dann von einigen bis in den Sonntag hinein gefeiert. Sonntag Vormittag wurde noch einmal unterrichtet und nach dem kaffetrinken am Nachmittag fuhren wir nach Hause. 

 

"SCD ist eine ideale Gelegenheit, um auf der Tanzfläche zu flirten!" Von wegen: "Spaß könnt ihr im Pub haben."